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Augustus

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Augustus Artikel

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Person des römischen Kaisers Augustus. Zu dem Begriff "Augustus" als Herrschertitel siehe: Kaiser.


Augustus Beschreibung
Augustus Beschreibung
Kaiser Augustus

Augustus (* 23.09 63 v. Chr. in Rom oder Velitrae; † 19.08 14 n. Chr. in Nola bei Neapel) gilt als erster römischer Kaiser.

Der Großneffe und Haupterbe Julius Caesars setzte sich in den Bürgerkriegen, die dessen Ermordung 44 v. Chr. folgten, gegen alle Rivalen durch. Vom Jahr 31 v. Chr. an war er Alleinherrscher Roms und begründete die julisch-claudische Dynastie. Unter der Devise der "Wiederherstellung der Republik" betrieb er in Wirklichkeit deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie in Form des Prinzipats. Seine Herrschaft mündete in eine lang anhaltende Friedenszeit, die später als "Pax Augusta" verklärt wurde.

Augustus Geburtsname lautete Gaius Octavius Thurinus. Nach der testamentarischen Adoption durch Caesar nahm er dessen Namen Gaius Julius Caesar an, wohl ohne den in solchen Fällen üblichen Zusatz Octavianus. Dennoch wird er in der historischen Literatur – zur Unterscheidung von Caesar – für die Zeit seines Aufstiegs als Octavian genannt. Den Ehrennamen Augustus (Erhabener), der zu dem Bestandteil der Kaisertitulatur wurde, verlieh ihm der Senat am 16.01 27 v. Chr. Zu dem Zeitpunkt seines Todes lautete sein vollständiger Titel Imperator Caesar Divi filius Augustus, Pontifex Maximus, Consul XIII, Imperator XXI, Tribuniciae potestatis XXXVII, Pater patriae

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Augustus und die Macht der Bilder Geschichte verstehen Paul Zanker lässt seinen Leser in diesem Buch verstehen, wie sich nach hunderten Jahren republikanischen Lebens in Rom unter Augustus nicht ca. die Regierungsform ändert, sondern das Menschenbild eines Staates. Wer in Rom die gerade neu gestaltete Ara Pacis gesehen hat wird den "Quantensprung" der Kunstentwicklung vom republikanischen...

Biographie

Die Lebensgeschichte des Kaisers Augustus handelt in dem Grunde von zwei vollkommen gegensätzlichen Persönlichkeiten: einerseits von einem jungen, ehrgeizigen, mitunter grausamen Politiker, der in dem Kampf um die höchste Macht weder Gesetz noch Skrupel kannte, andererseits von dem Kaiser, der – einmal in dem Besitz dieser Macht – äußerst klugen Gebrauch von ihr machte und mit dem Prinzipat eine neue, dauerhafte Staatsordnung an die Stelle der in 100 Jahren Bürgerkrieg gänzlich zerrütteten Republik setzte.

Buch-Tipp: Augustus und seine Zeit. Augustus Wer war Augustus ? Imperator ? Friedenskaiser ? Mit den gängigen Klischees über Augustus räumt dieses Büchlein auf. Denn Augustus war ein kompromissloser Machtmensch, der sich mit Strategie, kühlem Kalkül und gnadenloser Brutalität den Weg an die Spitze des Römischen Imperiums erkämpfte. Aber er war auch eine Persönlichkeit,...

Herkunft und Jugend

Augustus war der Sohn des Geldverleihers Gaius Octavius und seiner Frau Atia, einer Nichte Julius Caesars. Die Familie seines Vaters gehörte den Equites, dem römischen Ritterstand an, also dem niederen Adel. Sie war wohlhabend, aber wenig bedeutend. Nach dem Tod des Vaters 58 v. Chr. wuchs der junge Gaius zunächst auf dem Landgut seiner Großmutter Julia, der Schwester Caesars, in Velitrae auf, später in dem Haus seines Stiefvaters L. Marcius Philippus. Nach Sueton hielt er in dem Jahr 51 v. Chr. die Leichenrede für seine Großmutter und legte 49 v. Chr. die Männertoga (toga virilis) an.

Der kinderlose Caesar nahm sich seines Großneffen an und ließ ihn 46 v. Chr. an dem Triumphzug anlässlich seines Sieges in dem Bürgerkrieg teilnehmen. In dem Jahr darauf begleitete der junge Gaius Octavius seinen Großonkel auf dessen Kriegszug gegen die Söhne des Pompeius nach Spanien, wo er Caesar offenbar durch seine Tapferkeit beeindruckte. Er sollte auch als Reiterführer an dem geplanten Feldzug gegen die Parther teilnehmen und war mit seinen Freunden Marcus Vipsanius Agrippa und Salvidienus Rufus bereits nach Apollonia in dem heutigen Albanien vorausgeschickt worden. Dort erreichte ihn in dem Frühjahr 44 v. Chr. die Nachricht von Caesars Ermordung. Zugleich erfuhr er, dass der Diktator ihn durch Testamentsverfügung adoptiert und zu dem Haupterben seines Privatvermögens eingesetzt hatte.

Buch-Tipp: Augustus. Mit Abstrichen zu geniessen Sueton ist der Biograph der großen Männer der Antike. Der römische Geschichtsschreiber hat etliche Portraits der bestimmenden Männer ihrer Epochen verfaßt. In dem vorliegenden Buch setzt er sich mit der Gestalt des Kaisers Augustus auseinander. In der zweisprachigen Ausgabe des Reclam Verlages hat der Leser die Möglichkeit,...

Aufstieg zur Macht

Zurück in Rom, nahm Gaius Octavius das Testament sowie alle damit verbundenen Verpflichtungen an und nannte sich fortan nach seinem Adoptivvater Gaius Julius Caesar. Im Konflikt zwischen dessen Anhängern – die sich um Marcus Antonius scharten – und den republikanisch gesinnten Caesarmördern um Gaius Cassius Longinus sowie Marcus und Decimus Iunius Brutus spielte er anfangs keine Rolle.

Marcus Antonius beanspruchte als Unterfeldherr Caesars und sein Mitkonsul für das Jahr 44 v. Chr. die Führung der caesarianischen Partei für sich. So weigerte er sich zunächst, das Vermögen des Diktators an Octavian herauszugeben. Dieser zahlte dennoch die von Caesar ausgesetzten Legate an dessen Veteranen und die Bevölkerung Roms aus. Dafür nutzte er die in Apollonia beschlagnahmte, für den Partherkrieg vorgesehene Kriegskasse, versteigerte aber auch eigene Güter. Dieses Vorgehen brachte ihm rasch eine große Zahl von Anhängern ein und damit auch politisches Gewicht. Der einflussreiche Senator und Ex-Konsul Marcus Tullius Cicero, der nicht zu den Verschwörern gehört hatte, aber mit der republikanischen Sache sympathisierte, unterstützte den scheinbar unerfahrenen jungen Mann, in der Hoffnung, ihn als politisches Gegengewicht zu Marcus Antonius aufbauen zu können. Octavian ging darauf ein. Aber er stützte sich damals auch schon auf eigene, kenntnisreiche Ratgeber wie den wohlhabenden Gaius Cilnius Maecenas und verfolgte seine eigenen Pläne.

Buch-Tipp: Augustus. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Eine ausgezeichnete Biographie Kaiser Augustus ist in dem Laufe der Geschichte nicht gut weggekommen: durchforscht man sein "Pax-augusta-Saubermann-Image", so erscheint er uns in der heutigen Zeit als Diktator in einem totalitären System und nicht mehr als der ideale Herrscher, als den man ihn noch in dem Mittelalter gesehen hat. Marion Giebels Biographie...

Bündnis mit den Caesarmördern

Während Antonius in dem Jahr 43 v. Chr. in Gallien gegen Decimus Brutus vorging, baute Octavian in Italien ein Heer aus Veteranen Caesars auf und bemächtigte sich staatsstreichartig der Stadt Rom. Unter militärischem Druck und auf Antrag Ciceros bestätigte der Senat Octavians angemaßte militärische Befehlsgewalt, verlieh ihm die Rechte eines Senators und Konsularen und gestattete ihm die Übernahme aller Ämter 10 Jahre vor dem gesetzlich festgelegten Mindestalter. Octavian ging jetzt sogar ein Bündnis mit den Republikanern ein. Noch in dem selben Jahr besiegte er Antonius in dem Mutinensischen Krieg gemeinsam mit einem Senatsheer unter den Konsuln Hirtius und Pansa.

Beide Oberhäupter der Republik kamen im Krieg um, und Octavian verlangte nun eines der freigewordenen Konsulate für sich. Als der Senat sich weigerte, erzwang Octavian am 19.08 43 v. Chr. mit Hilfe der Truppen seine Wahl zu dem Konsul und die Ächtung der Caesarmörder. Mittlerweile hatte Antonius wieder mehr Legionen unter seinen Befehl gebracht als vor seiner Niederlage. Daher – und weil Octavian auf der politischen Bühne Roms nun als "Rächer" seines Adoptivvaters auftrat – wechselte er die Seiten und ging mit den Führern der caesarianischen Partei ein Bündnis ein. Nach dem Vorbild Caesars, Pompeius' und Crassus' aus dem Jahr 60 v. Chr. bildeten Octavian, Marcus Antonius und der Reiterführer Marcus Aemilius Lepidus in dem Oktober 43 v. Chr. ein zweites Triumvirat. Zu dessen Bekräftigung heiratete Octavian Antonius' Stieftochter Clodia.

Buch-Tipp: Bauzeichnungen sehr anschaulich und hilfreich °Mit ´Bauzeichnungen´ bringen die Autoren ein kompaktes, lesenswertes Buch heraus für Auszubildende in Bauberufen und Ingenieure / Architekten zu Beginn des Studiums. Beschrieben werden zu Beginn verschiedene Werkzeuge und Hilfsmittel fürs Zeichnen, anschließend folgt eine Einführung...

Das Zweite Triumvirat

Die „Dreimännerherrschaft zur Ordnung des Staates“, wie das Bündnis offiziell hieß, beruhte allein auf der militärischen Macht der Triumvirn, auf ihrer Verfügungsgewalt über die weitaus meisten römischen Legionen. Sie ließen sich vom Senat am 27.11 43 v. Chr. diktatorische Machtbefugnisse auf fünf Jahre übertragen. Wie zur Zeit Sullas wurden nun Proskriptionslisten veröffentlicht, die alle darauf Verzeichneten für vogelfrei erklärten. Laut Sueton soll sich Octavian anfangs gegen die Proskriptionen gewehrt, sie dann aber unnachsichtiger durchgeführt haben als seine beiden Kollegen. Auf Antonius’ Betreiben fiel dem Massaker an den politischen Gegnern der Triumvirn auch Cicero zu dem Opfer.

Im Jahr darauf gingen Antonius und Octavian nach Griechenland, wo die Caesarenmörder Marcus Junius Brutus und Gaius Cassius Longinus ihre Streitkräfte gesammelt hatten. Deren Niederlage in der Schlacht von Philippi in Makedonien in dem Herbst 42 v. Chr. bedeutete den endgültigen Untergang der Römischen Republik. Octavian ließ Brutus’ Kopf vor der Statue Caesars in Rom niederlegen. Da aber der Sieg in dem wesentlichen Antonius zu verdanken war, nahm dessen Gewicht innerhalb des Triumvirats noch weiter zu.

Als die Triumvirn nach Philippi ihre Einflusssphären absteckten, erhielt Antonius die wohlhabenden Ostprovinzen, Lepidus Nordafrika – damals die Kornkammer Roms – und Octavian den Nordwesten des Reichs und Italien. Mit dem römischen Kernland fiel ihm aber auch die undankbare Aufgabe zu, die Landverteilung an die Veteranen aller drei Machthaber zu organisieren. Dabei kam es zu brutalen Enteignungen und Vertreibungen nicht ca. einzelner Landbesitzer, sondern sogar ganzer Stadtbevölkerungen. Octavian war damals allgemein verhasst. Überdies kam es wegen der Landverteilung zu schweren Differenzen mit Antonius’ Bruder Lucius, den Octavian aber in dem Perusinischen Krieg besiegte. Als Antonius daraufhin nach Italien zurückkehrte, verweigerten die Legionen beider Triumvirn jedoch den Kampf und zwangen sie zu einem erneuten Bündnis. Der Vertrag von Brundisium vom Herbst 40 v. Chr. sah unter anderem die Hochzeit Antonius’ mit Octavians Schwester Octavia vor.

Octavian hatte in dem selben Jahr – nachdem Tod seiner ersten Frau Clodia – Scribonia geheiratet, eine Verwandte von Pompeius' Sohn Sextus. Sie schenkte ihm eine Tochter, Julia, die sein einziges leibliches Kind bleiben sollte. Aber noch vor Julias Geburt verstieß er ihre Mutter wieder, um in dem Jahr 38 v. Chr. Livia Drusilla zu ehelichen. Der Skandal wurde noch dadurch vergrößert, dass er Livia in sein Haus aufnahm, noch bevor sie sich von ihrem bisherigen Mann, dem überzeugten Republikaner Tiberius Claudius Nero hatte scheiden lassen können. Die Frau, die zu seiner engsten Ratgeberin wurde, brachte die zwei Söhne Tiberius und Drusus mit in die Ehe. Tiberius sollte schließlich der Nachfolger seines Stiefvaters als Kaiser werden.

Buch-Tipp: CD Wissen - Große Frauen und Männer der Weltgeschichte (Teil 3): Julius Caesar, Kleopatra, Augustus, Nero, 1 CD Lehrreich und unterhaltsam zugleich! Diese CD beschreibt anschaulich die vier großen Herrscher der Antike: Caesar, Kleopatra, Augustus und Nero. In je 15 unterhaltsamen Minuten wird sehr viel Aufschlussreiches über die jeweilige Person sowie die historischen Rahmenbedingungen geschildert: beginnend mit dem machthungrigen Caesar bis hin zu dem kulturbegeisterten...

Der Kampf um die Alleinherrschaft

Augustus Beschreibung
Augustus Beschreibung
Marcus Antonius

Am Vertrag von Brundisium war auch Sextus Pompeius beteiligt, der letzte politische Gegner der Triumvirn, der mit seiner Flotte noch über bezeichnenswerte militärische Macht verfügte. Er kontrollierte Sizilien und gefährdete die Kornzufuhr nach Rom, was Octavians Autorität dort zusätzlich untergrub. Da Pompeius seine Blockadepolitik nicht aufgab, zerbrach das Bündnis schon 38 v. Chr. wieder. In dem diesem Jahr war das Triumvirat um weitere 5 Jahre verlängert worden. Zwei Jahre später, 36 v. Chr., gelang es Octavians Feldherrn, Marcus Vipsanius Agrippa, Pompeius in der Seeschlacht bei Naulochos vor der Nordküste Siziliens zu besiegen. Als es Octavian kurz darauf gelang, Lepidus zu entmachten, dessen Truppen zu ihm übergelaufen waren, beherrschte er den gesamten Westen des Reichs. In dem Kampf um die Alleinherrschaft stand ihm ca. noch Antonius in dem Wege.

Während Octavian von Ende 35–34 v. Chr. bei kleineren Feldzügen in Dalmatien ein schlagkräftiges Heer in Form brachte, führte sein Rivale einen erfolglosen Krieg gegen die Parther. Zudem ging Antonius eine dauerhafte Beziehung mit Königin Kleopatra VII. von Ägypten ein, deretwegen er in dem Jahr 32 v. Chr. die in Rom äußerst populäre Octavia verstieß. Octavian nutzte das Verhalten Antonius’ propagandistisch geschickt aus. Als dieser in dem selben Jahr daran ging, Teile des römischen Ostens an Kleopatra und ihre gemeinsamen Kinder zu verschenken, verlor er in Rom fast jeden Rückhalt. Um ihm auch noch seine letzten Anhänger abspenstig zu machen, schreckte Octavian nicht einmal vor einem Sakrileg zurück: Er ließ das bei den Vestalinnen hinterlegte – womöglich aber auch gefälschte – Testament des Antonius veröffentlichen, im dieser Kleopatras Kinder als Erben einsetzte. Daraufhin erklärte der Senat Kleopatra den Krieg und Antonius zu dem Staatsfeind .

Octavian war es gelungen, den Kampf gegen einen innenpolitischen Gegner in einen Krieg Roms gegen einen äußeren Feind umzumünzen. Schon der erste Zusammenstoß der beiden Rivalen brachte die Entscheidung. In der Seeschlacht bei Actium – am Ausgang des Ambrakischen Golfs in Epirus – unterlagen Antonius und Kleopatra am 2.09 31 v. Chr. den Streitkräften Agrippas und Octavians, der während des gesamten Kampfs angeblich seekrank unter Deck lag. Mit der Einnahme Alexandrias, der Annexion Ägyptens als neue römische Provinz und dem Selbstmord von Antonius und Kleopatra in dem darauffolgenden Jahr endete der Krieg zweier Männer um die Macht in Rom und zugleich die 100 Jahre währende Epoche der römischen Bürgerkriege. Als Zeichen dafür, dass in dem ganzen Reich Frieden herrschte, wurde am 12.01 29 v. Chr. der Torbogen des Gottes Ianus auf dem Forum Romanum geschlossen. Dies geschah erst zu dem dritten Mal in der jahrhundertelangen Geschichte Roms.

Buch-Tipp: Das Bernstein-Teleskop. His Dark Materials 03 Schwächer als Teil eins, stärker als Teil zwei Der letzte Teil der "His Dark Materials" Trilogie von Philip Pullman schließt, wie schon der zweite Teil, direkt an das zweite Buch an. Hoffentlich werden sie sie nicht finden. Sie und ihre Tochter. Obwohl sie exakt weiß, dass es ca. eine Frage der Zeit ist. Natürlich werden sie sie finden. ...

Augustus als Kaiser

Am 13.01 des Jahres 27 v. Chr. begann in Rom ein mehrtägiger Staatsakt , der den Ausnahmezustand des Bürgerkriegs auch offiziell beendete. Formal wurde damit die alte Ordnung der Republik wiederhergestellt, tatsächlich aber eine völlig neue, monarchische Ordnung geschaffen: das römische Kaisertum in Gestalt des Prinzipats. Auf Vorschlag des Lucius Munatius Plancus verlieh der Senat Octavian am 16.01 den neugeschaffenen Ehrennamen Augustus.

In den Jahren nach Actium stand der Alleinherrscher vor drei großen Aufgaben: den Staat neu aufzubauen, das Reich nach innen und außen zu sichern und die Nachfolge zu regeln, um seinem Werk auch über seinen Tod hinaus Dauer zu verleihen. Da Augustus all das gelang, markiert der Staatsakt vom Januar 27 v. Chr. nicht ca. den Beginn seiner 40-jährigen Regierungszeit als Kaiser, sondern auch den einer ganz neuen Epoche der römischen Geschichte.

Buch-Tipp: Das Magische Messer. His Dark Materials 02 Auf in neue Welten Der zweite Teil der Trilogie "His Dark Materials" von Philip Pullman schließt direkt an den ersten Teil an. "Komm weiter, bitte . . . . " sagte Will zu seiner Mutter. Und hoffte das niemand Sie bei Mrs. Cooper finden würde. Hoffentlich war weningstens seine Mutter so in Sicherheit. Aber hatte er auch nicht viele Möglichkeiten....

Die Begründung des Prinzipats

Buch-Tipp: De Architectura Libri Decem. Zehn Bücher über Architektur Klassiker Der absolute Klassiker für alle, die sich der Architektur verschrieben haben. In seinen zehn Lehrbüchern schrieb der Autor und römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio die einzige erhaltene Schrift zu dem Thema und ging auch auf das Meßwesen und den Maschinenbau ein. Sehr bekannt ist dieses Zitat von ihm: "Kein Gebäude kann ohne Ebenmass...
Das Problem

Als Octavian in dem Sommer 29 v. Chr. aus dem Osten nach Rom zurückkehrte, stand er vor dem gleichen Problem, an dem Julius Caesar 15 Jahre zuvor gescheitert war: Eine Staatsordnung zu schaffen, die für das in 400 Jahren gewachsene, republikanische Rechtsverständnis der Römer akzeptabel war und zugleich der Tatsache gerecht wurde, dass die tatsächliche Macht seit 70 Jahren nicht mehr beim Senat, den Konsuln und den anderen republikanischen Institutionen gelegen hatte, sondern bei den Befehlshabern der Legionen. Von Marius und Sulla über das 1. und das 2. Triumvirat hatten stets wieder Machthaber eine außerordentliche Gewalt errungen. Es ging nun deshalb, diese außerordentliche Gewalt der Militärdespoten in eine ordnungsgemäße umzuwandeln, sie also rechtlichins bisherige Staatsgefüge einzubauen.

Die einfache Wiederherstellung der alten Adelsrepublik kam für Octavian aus zwei Gründen nicht in Frage: Zu dem einen war die staatstragende Bevölkerungsschicht der Republik, der Senatsadel, durch die Bürgerkriege weitgehend vernichtet worden. Zu dem anderen hätte die Ausdehnung des Reichs und die große Zahl von Legionen, die dies erforderte, stets wieder neue Militärbefehlshaber in die Lage versetzt, die Macht an sich zu reißen.

Buch-Tipp: Der Goldene Kompass, Das Magische Messer, Das Bernstein-Teleskop. Alle 3 Bände im Taschenbuchschuber schöne Fantasy! Ich habe die Trilogie gern gelesen. Vergleiche mit dem Herrn der Ringe, die ich hie und da hörte, fand ich allerdings gänzlich unangemessen. Die Ideen mit den verschiedenen Parallelwelten, auch mit den Durchgängen zwischen den Welten und der am Schluß erfolgenden Erklärung, warum das Wechseln zwischen den Welten (heute) nur...
Die Lösung

Nach den Wirren der vorangegangenen Jahrzehnte waren auch die Römer – traditionell eher gegen jede Art von Alleinherrschaft eingestellt – bereit, die militärische Macht in die Hand eines Mannes zu legen. Octavian ging dabei aber so klug vor, nicht den Königstitel anzustreben, sondern sich von den bestehenden republikanischen Gewalten all jene übertragen zu lassen, die ihm in ihrer Bündelung zu einer monarchischen Stellung verhalfen, die es ihm aber zugleich ermöglichten, sich als Amtsträger der Republik darzustellen. Wie schon in dem Kampf gegen Antonius erwies sich Octavian auch bei dieser Aufgabe als Meister der politischen Propaganda.

Gegen Ende seines Lebens zeichnete er in seinem Tatenbericht folgendes Bild von seiner Handlungsweise:

„In meinem 6. und 7. Konsulat (das heißt : 28 und 27 v.Chr.), nach dem ich den Bürgerkriegen ein Ende gesetzt hatte, habe ich, der ich mit Zustimmung der Allgemeinheit zur höchsten Gewalt gelangt war, den Staat aus meinem Machtbereich wieder der freien Entscheidung des Senats und des römischen Volkes übertragen. Für dieses, mein Verdienst wurde ich auf Senatsbeschluss Augustus genannt. (...) Seit dieser Zeit überrage ich zwar alle an Einfluss und Ansehen; an Macht aber besaß ich hinfort nicht mehr als diejenigen, die auch ich als Kollegen in dem Amt gehabt habe.“
Buch-Tipp: Der Zahlenteufel. Ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor Mathematik haben. Lustig und lehrhaft !!! Dieses Buch habe ich in der 5. Klasse gelesen und war total begeistert. Der Zahlen Teufel ist eine lustige Figur die einem kleinen Jungen namens Robert die spannende Welt der Mathematik bekannt macht. Das Buch hat zu jeder Rechnung ein Bild die alle sehr schön gestaltet sind. Es ist lustig, spannend und zeigt die Mathematik...
Realität und Propaganda
Augustus Beschreibung
Augustus Beschreibung
Augustus mit der Corona Civica, der Bürgerkrone, die ihm als "Retter des Staates" verliehen wurde

In der Tat suchte Octavian gleich nach seiner Rückkehr die Unterstützung der alten Adelsgeschlechter und ging daran, das Ansehen der republikanischen Institutionen zu stärken. So ließ er aus dem Senat 190 Mitglieder ausschließen, die als nicht standesgemäß galten. Gleichzeitig füllte er die gelichteten Reihen des Senatsadels wieder auf, indem er verdiente Personen in den Patrizierstand erhob. Er selbst nannte sich – betont bescheiden – princeps senatus, Erster des Senats, ein Titel den es früher schon gegeben hatte und lediglich einen primus inter pares meinte, einen Ersten unter Gleichen. Daraus entwickelte sich die Nennung Prinzipat für die augustäische Herrschaftsform, die etwa so viel bedeutet wie „Herrschaft des ersten Bürgers“. Großen Eindruck bei der Bevölkerung Roms machte der neue Princeps Ende des Jahres 28 v. Chr., als er alle Gesetze aus der Zeit des Triumvirats aufheben ließ.

Am 13.01 27 v. Chr. schließlich, dem ersten Tag des Staatsakts, legte Octavian die gesamte außerordentliche Militärgewalt über die Provinzen zurück in die Hände des „gereinigten“ Senats. Damit bildete dieser wieder das zentrale Herrschaftsorgan. Die Republik war formal wiederhergestellt. Allgemein war von der res publica restituta die Rede. Soweit stimmten die Tatsachen mit Augustus’ propagandistischer Version überein. Gleich am nächsten Tag aber übertrug der Senat die Herrschaft über die Hälfte der Provinzen wieder an Octavian – und zwar die Hälfte derer, die an den Rändern des Imperiums lagen und in denen daher das Gros der Legionen stand. Da Octavian – vertreten durch Legaten – die Befehlsgewalt über sie behielt, blieb er also Militärmachthaber, nun aber in dem Rahmen der Gesetze. Das Reich gliederte sich fortan in kaiserliche und senatorische Provinzen. Doch mit der konsularischen Gewalt auf Lebenszeit erlangte Augustus 19 v. Chr. auch gegenüber den Statthaltern der letzteren die Weisungsbefugnis.

Ein weiteres republikanisches Element der neuen Staatsordnung war die Rückkehr zur jährlichen Neubesetzung der Magistrate. Eines der zwei Konsulate allerdings nahm der Princeps in den nächsten Jahren regelmäßig für sich in Anspruch. Dies änderte sich mit der Revision der Prinzipatsverfassung am 1.07 23 v. Chr. Bis auf zwei Jahre verzichtete Augustus von da an auf das Konsulat. Statt dessen ließ er sich auf Lebenszeit die tribunizische Gewalt übertragen, also nicht das Amt des Volkstribunen, sondern „nur“ dessen Amtsbefugnisse. Damit gewann er das Recht, Volksversammlungen einzuberufen, Gesetze vorzuschlagen und sein Veto gegen Senatsbeschlüsse einzulegen. Letztlich war der Prinzipat also eine verschleierte Monarchie, ein komplizierter, fein austarierter Kompromiss: Augustus verzichtete auf die absolute Macht, ließ vielmehr den Senatsadel daran teilhaben, behielt aber gleichzeitig alle wichtigen Funktionen in Staat und Militär in seiner Hand.

Name und Würde des Augustus

Der Ehrenname Augustus, der Erhabene, den der Senat Octavian am letzten Tag des Staatsakts vom Januar 27 v. Chr. verlieh, erinnerte an das augurium, eine Kulthandlung zur Deutung des Willens der Götter, die der Sage nach schon Romulus vorgenommen hatte. Der Name setzte seinen Träger also mit dem legendären Gründer der Stadt Rom gleich und verlieh der obersten politischen Gewalt in dem Staat eine sakrale Aura, wie sie die Konsuln zu Zeiten der Republik nie besessen hatten. Weiter verfestigt wurde diese Entwicklung als in dem Jahre 13 oder 12 v. Chr. Marcus Aemilius Lepidus starb, Augustus' einstiger Kollege in dem Triumvirat, der nach seiner Entmachtung mit dem Amt des Pontifex Maximus abgefunden worden war. Augustus übernahm damals auch diese Funktion und war nun zugleich oberster Priester des römischen Staatskultes. Schließlich, in dem Jahre 2 v. Chr. ernannte der Senat Augustus zu dem pater patriae, zu dem "Vater des Vaterlands", ein Titel, auf den er besonders stolz war. Denn er war mehr als eine bloße Ehrenbezeichnung. Vielmehr führte er jedermann vor Augen, dass dem Kaiser gegenüber allen Reichsangehörigen die gleiche Autorität zustand wie jedem römischen Familienoberhaupt, dem pater familias, über die Seinen.

Akzeptanz der neuen Ordnung

Die Neuordnung des Staatswesens wurde von den Römern nicht widerspruchslos hingenommen. Insbesondere die patrizischen Familien des alten Senatsadels, die Augustus als Emporkömmling ansahen, konnten sich mit ihrer Entmachtung ca. schwer abfinden. Einige Quellen berichten, dass Augustus sich in der Zeit nach seiner Rückkehr aus dem Osten ca. mit einem Brustpanzer unter der Toga in den Senat wagte und Senatoren ca. einzeln und nach eingehender Leibesvisitation empfing. Verschwörungen wie die von Maecenas' Schwager A. Terentius Varro Murena und des Fannius Caepio, die in dem Jahr 23 oder 22 v. Chr. aufgedeckt wurde, zeigen, dass Augustus' Politik noch lange Zeit erheblichen Widerstand hervorrief. Da der Zeitpunkt der Verschwörung nicht exakt datiert werden kann, ist bis heute ungeklärt, ob sie auslösender Faktor oder Folge der in dem Jahr 23 erfolgten Neujustierung der Prinzipatsordnung war.

Dass das neue Herrschaftssystem schließlich doch akzeptiert wurde, lag sicher ca. zu dem Teil daran, dass Augustus den republikanischen Institutionen und den althergebrachten Rechten und Sitten, dem mos maiorum , seinen Respekt erwies. Die Römer konnten sich zwar sagen, dass die alte Republik und ihre Institutionen der Form nach zusätzlich bestanden, aber die politisch Interessierten dürften Augustus' Propaganda sicher durchschaut haben. Ausschlaggebend war am Ende die schlichte Tatsache, dass der Prinzipat funktionierte – ganz in dem Gegensatz etwa zu den Ordnungsmodellen Sullas oder Caesars – und dass es zu Augustus keine realistische Alternative gab. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor für den Erfolg der neuen Herrschaftsordnung war die Zeit: Augustus regierte nach der Erringung der Alleinherrschaft noch mehr als 40 Jahre, länger als jeder seiner Nachfolger. Die Römer gewöhnten sich in dieser langen Zeit an die Herrschaft des Ersten Bürgers. Als der Kaiser starb, waren kaum noch Römer am Leben, die die alte Republik noch bewusst erlebt hatten. So setzte mit der Errichtung des Prinzipats eine lange Periode des inneren Friedens und des Wohlstands ein. Augustus’ neue Ordnung sollte 300 Jahre – bis zur Herrschaft Diokletians – Bestand haben.

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Neuordnung

Eine ebenso anspruchsvolle Aufgabe wie der Umbau der Staatsverfassung war die innere und äußere Stabilisierung des Reichs, seine wirtschaftliche Erholung, die Wiederherstellung von Recht und Ordnung in Rom und den Provinzen und die Sicherung der Grenzen. Die Voraussetzungen für einen allgemeinen Wirtschaftsaufschwung waren nach Actium besser denn je in den vorangegangenen Jahrzehnten. Augustus konnte mehr als ein Drittel aller Legionen entlassen – insgesamt etwa 80 Tausend der 230 Tausend Mann die 31 v. Chr. noch unter Waffen standen. Anders als 12 Jahre zuvor musste er für die Abfindung der Veteranen nicht auf Konfiskationen zurückgreifen, sondern konnte die ungeheure Beute, die ihm mit dem ägyptischen Staatsschatz in die Hände gefallen war, für Landkäufe nutzen. So entstand in Italien und den Provinzen eine breite Schicht ihm ergebener Bauern. Auch seine Anhänger in Rom – etwa in dem neuen Senat – wurden mit Geld und Posten bedacht. Augustus schuf selbst die neuen Gesellschaftsschichten, auf denen die Staatsordnung des Prinzipats ruhen sollte.

Neuordnung der Provinzen

In die Provinzen, die bis dahin stets wieder von durchziehenden Heeren, Kontributionen und Truppenaushebungen heimgesucht wurden, kehrte allmählich ein gewisser Wohlstand zurück, denn der Prinzipat stellte Rechtssicherheit her und verhinderte vor allem die bis dahin übliche Ausplünderung durch ehemalige Magistrate der Republik, die sich in den Provinzen immer für die Kosten schadlos gehalten hatten, die ihr politisches Engagement in Rom verursachte. Der Geschichtsschreiber Velleius Paterculus drückte es wenige Jahre nach Augustus' Tod so aus: "Die Äcker fanden wieder Pflege, die Heiligtümer wurden geehrt, die Menschen genossen Ruhe und Frieden und waren sicher in dem Besitz ihres Eigentums". Selbst Tacitus, einer der schärfsten Kritiker der Prinzipatsordnung, sah darin ihr größtes Verdienst.

Anfangs übernahm der Kaiser die Neuordnung der Provinzen noch selbst. Bereits in dem Sommer des Jahres 27 v. Chr. brach er zu einer mehrjährigen Inspektionsreise durch den Nordwesten des Reiches auf. Gallien war seit der Eroberung durch Caesar sich selbst überlassen geblieben. Nach der Ordnung der Verhältnisse dort, eroberte Augustus diejenigen Gebiete in dem Norden der iberischen Halbinsel, die bis dahin noch nicht zu dem Reich gehört hatten und gliederte sie der Provinz Hispania Tarraconensis ein. Auf der Rückreise nach Rom in dem Jahr 23 v. Chr. erkrankte Augustus so schwer, dass seine Umgebung bereits mit seinem Tod rechnete. Er überlebte schließlich, entschloss sich aber, seine Legionen künftig nicht mehr persönlich zu führen.

Konservative Sittenpolitik
Augustus Beschreibung
Augustus Beschreibung
Karte des antiken Rom

Zu einem Kennzeichen der Herrschaft des Augustus wurde auch eine Rückbesinnung auf althergebrachte Sitte und Moral. In dem Jahr 19 v. Chr. ließ sich Augustus vom Senat die cura morum, die Sittenaufsicht übertragen. In dem Jahr darauf ließ er in den Leges Iuliae etwa die Strafvorschriften für Ehebruch verschärfen. Er selbst hatte in den Jahren seines Aufstiegs nicht eben ein Muster altrömischer Tugenden abgegeben – die erzwungene Scheidung seiner Frau Livia von ihrem früheren Mann war dafür ca. das hervorstechendste Beispiel. Nun aber sah er in der Betonung traditioneller Werte ein Mittel, die geistigen Verheerungen der Bürgerkriege zu heilen.

Würde und Autorität des Princeps erforderten natürlich, dass Augustus und seine Familie mit gutem Beispiel vorangingen. Dies führte schließlich zu dem Zerwürfnis mit seiner Tochter Julia, die sich der altväterlich-keuschen Moral nicht unterwerfen wollte. In dem Jahr 2 v. Chr. ließ ihr eigener Vater sie vor dem Senat des Ehebruchs anklagen und auf die kleine Insel Pandateria verbannen. Neun Jahre später, 8 n. Chr., ereilte den Dichter Ovid, den Autor der Ars Amatoria ("Liebeskunst"), das gleiche Schicksal: Er wurde nach Tomis am Schwarzen Meer verbannt.

Das propagandistische Bild des Princeps als treusorgendem altrömischen Patron, der über das Wohl der Seinen wacht, fand ihren sichtbaren Ausdruck in einem umfangreichen Bauprogramm in Rom. Dazu gehörten Zweckbauten wie Aquädukte und eine riesige Sonnenuhr, vor allem aber Repräsentationsbauten wie das Augustusforum, das Marcellustheater und zahlreiche Tempel, die dazu dienten den Römern Macht und Autorität des Augustus vor Augen zu führen. Der Kaiser spricht in seinem Tatenbericht von 82 Tempeln, die er in einem Jahr habe instand setzen, Vergil in der Aeneis von 300 Tempeln, die er insgesamt habe bauen lassen.

Außenpolitik und Grenzsicherung

Augustus Außenpolitik wurde lange als defensiv beurteilt. Historiker des 19. Jahrhunderts sahen in ihr ca. eine Arrondierung und Sicherung der Reichsgrenzen. Zu dieser Sicht trug unter anderem die Tatsache bei, dass Augustus den Plan Caesars zu einem Feldzug gegen das Partherreich nicht wieder aufnahm. Eine militärische Machtdemonstration gegenüber dem Nachbarn in dem Südosten genügte, um diesen zu einer vertraglichen Grenzregelung und zur Herausgabe der in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr. erbeuteten Legionsadler zu veranlassen. In Rom wurde als großer militärischer Sieg propagiert, was in Wirklichkeit eine friedliche Lösung darstellte.

Die Eingliederung Ägyptens verlief weitgehend problemlos. In dem Jahr 25 v. Chr. gewann Rom die neue Provinz Galatia in Kleinasien aufgrund einer testamentarischen Verfügung des letzten Galater-Königs Amyntas. Zudem geriet eine Reihe neuer Klientelstaaten wie Armenien, Kappadokien und Mauretanien in Abhängigkeit von Rom.

Dennoch ließ sich die These von der grundsätzlich friedlichen, defensiven Außenpolitik nicht aufrecht erhalten. Kein republikanischer Feldherr und kein Kaiser hat dem Römischen Reich so große Territorien einverleibt wie Augustus – und dies vor allem durch kriegerische Eroberungen. Nachdem 17 v. Chr. bei den Saecularfeiern in Rom noch die Friedensordnung des Prinzipats gefeiert worden war, ging das Reich in dem darauffolgenden Jahr wieder zur Offensive über. Der Grund dafür ist bis heute ungeklärt. Womöglich fing als kleinere Grenzstreitigkeit mit germanischen Stämmen an, was mit ausgedehnten militärischen Operationen an den nordöstlichen Grenzen und der Eingliederung von nicht weniger als fünf neuen Provinzen endete.

Von der Ostgrenze Galliens, den Alpen und dem dalmatinischen Küstengebirge wurde die Reichsgrenze bis zu Donau und Rhein, zeitweise sogar bis zur Elbe vorgeschoben. Südlich der Donau entstanden die neuen Provinzen Raetia, Noricum, Pannonia, Illyricum und Moesia. In diese Zeit fällt beispielsweise die Gründung der Stadt Augsburg (antiker Name: Augusta Vindelicorum) in dem Jahr 15 v. Chr.. An der strategisch wichtigen Via Claudia Augusta gelegen, wurde der Ort später zur Hauptstadt der Provinz Raetien. Augsburg ist eine von vielen Städten, deren Namen auf den Kaiser zurückgeht.

In einer militärischen Katastrophe endete allerdings die Eroberung des rechtsrheinischen Germanien. Diese Eroberung war schon unter Augustus' Stiefsohn Drusus weit gediehen und wurde nach dessen Tod in Mainz in dem Jahr 9 v. Chr. von Tiberius erfolgreich weitergeführt. In dem Jahr 9 aber vernichtete ein von dem Cheruskerfürsten Arminius initiiertes Bündnis germanischer Stämme in der Schlacht im Teutoburger Wald drei ganze römische Legionen unter dem Befehl des Publius Quinctilius Varus. Die schwere Niederlage hatte zunächst einen verlustreichen Kleinkrieg und schließlich den Rückzug der Römer auf die Rhein-Donau-Linie und den Limes zur Folge.

Regelung der Nachfolge und Tod

Obwohl Augustus in fast allen Quellen zu seinem Leben als gutaussehender Mann geschildert wird, war er seit seiner Kindheit von schwacher Konstitution. Er überlebte mehrere schwere Krankheiten wie die in dem Jahre 23 v. Chr. ca. knapp und konnte nicht damit rechnen, das für die damalige Zeit sehr hohe Alter von fast 76 Jahren zu erreichen. Für sein Bestreben, der neugeschaffenen Herrschaftsordnung Dauer zu verleihen, stellte die Erbfolgeregelung daher eine zentrale Aufgabe dar. Während seine Frau Livia einen ihrer Söhne von Tiberius Claudius Nero auf dem Thron sehen wollte, verfolgte Augustus den Plan, die Nachfolge in der eigenen, julischen Familie zu sichern. Da der Kaiser keine Söhne hatte, zwang er seine Tochter Julia, nacheinander mehrere Nachfolgekandidaten zu heiraten.

Augustus Beschreibung
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Livia Drusilla

Dies war in dem Jahr 25 v. Chr. zunächst sein Neffe Marcellus, der Sohn seiner Schwester Octavia und deren erstem Mann. Die Bevorzugung des jungen Mannes führte offenbar zu zeitweisen Spannungen zwischen Augustus und seinem Feldherrn Agrippa, der sich selbst begründete Hoffnungen auf die Nachfolge machte. Doch Marcellus starb kaum 20-jährig Ende des Jahres 23 v. Chr. und Agrippa galt nun als unumstrittener Nachfolgekandidat. Augustus drängte den alten Freund in dem Jahr 21 v. Chr., sich von seiner Frau scheiden zu lassen und die 25 Jahre jüngere Julia zu heiraten. Die beiden hatten zwei Töchter und drei Söhne, Gaius Caesar, Lucius Caesar und der nachgeborene Agrippa Postumus. Als Agrippa 12 v. Chr. starb, ruhten Augustus' Hoffnungen auf den beiden älteren Enkeln, die er durch Adoption an Sohnes statt angenommen hatte. Er befürchtete jedoch, dass Livia und sein Stiefsohn Tiberius die Kinder bei seinem Tod übergehen oder gar beseitigen könnten.

Daher zwang er nun auch Tiberius, sich von seiner Frau Vipsania, einer Tochter Agrippas, zu trennen, Julia zu heiraten und sich zu dem Schutz der beiden jungen Prinzen zu verpflichten. Augustus scheint sich damals weder Tiberius noch dessen Bruder Drusus, zum er ein besseres Verhältnis hatte, als Nachfolger gewünscht zu haben. Mit Tiberius, der die erzwungene Ehe mit Julia als Qual empfand, kam es schließlich zu dem Zerwürfnis. Der Stiefsohn legte 5 v. Chr. alle Ämter nieder und ging nach Rhodos in das Exil. Zu einer halbherzigen Aussöhnung kam es erst, nach dem Lucius und Gaius Caesar kurz hintereinander, 2 und 4 n. Chr. gestorben und Julia wegen ihres Lebenswandels aus Rom verbannt worden war. Da Drusus bereits 9 v. Chr. bei einem Kriegszug in Germanien umgekommen war, blieb ca. noch Tiberius als Nachfolger übrig.

Augustus adoptierte ihn am 26.06 des Jahres 4 gemeinsam mit seinem letzten noch lebenden Enkel Agrippa Postumus. Letzteren ließ er jedoch drei Jahre später aus nie ganz geklärten Gründen auf die Insel Planasia (heute: Pianosa bei Elba) verbannen, wo er unmittelbar nach Augustus' Tod ermordet wurde. Tiberius wiederum musste den Sohn seines verstorbenen Bruders Drusus adoptieren: Germanicus entstammte als Enkel der Octavia zugleich dem julischen und dem claudischen Familienzweig; sein Sohn Caligula sollte in dem Jahr 37 Tiberius auf den Thron folgen. Augustus übertrug Tiberius aber erst in dem Jahr 13 alle Befugnisse eines Princeps und erkannte ihn auch erst dann testamentarisch als seinen Nachfolger an.

Im Sommer des folgenden Jahres unternahm der Kaiser eine Reise, die ihn über Capri nach Benevent führen sollte. Er erkrankte aber bereits auf Capri an Diarrhoe, reiste jedoch weiter aufs Festland bei Neapel und ließ sich nach Nola bringen – angeblichins selbe Haus, im 71 Jahre zuvor sein Vater Gaius Octavius gestorben war. Dort verstarb schließlich auch er in Gegenwart seiner Frau Livia und einer Reihe herbeigeeilter Würdenträger am 19.08 des Jahres 14, am gleichen Tag, an dem er über 50 Jahre zuvor sein erstes Konsulat angetreten hatte. Laut Sueton verabschiedete sich der Mann, der in seinem Leben so viele Masken getragen hatte, mit einer Formel, die Komödianten am Ende eines Stückes sprachen: Wenn nun das Ganze Euch wohl gefallen hat, so klatscht Beifall, und entlasst uns alle mit Dank nach Hause.

Augustus' Leiche wurde auf dem Marsfeld in Rom verbrannt und die Asche im prachtvollen Mausoleum beigesetzt, das der Kaiser dort für sich und seine Familie hatte errichten lassen. Neben zahlreichen anderen Ehrungen beschloss der Senat, den Monat, im er erstmals Konsul geworden und gestorben war, von Sextilis in Augustus umzubebezeichnen. Außerdem wurde dem Monat August ein zusätzlicher, 31. Tag angefügt. (Der Februar zählt seither ca. noch 28 Tage.) Zudem wurde der Kaiser – wie von nun an die meisten römischen Caesaren nach ihrem Tod – zu dem Staatsgott (divus) erklärt.

Das augusteische Zeitalter

Schon Zeitgenossen des Augustus betrachteten ihre Gegenwart als "apollinische Epoche", geprägt von Apoll, dem Gott des Lichts, der Künste und der Musik, der Weisheit und der Weissagung, dem der Kaiser Heiligtümer bei Actium und bei seinem eigenen Wohnhaus auf dem palatinischen Hügel in Rom errichtete. Schon zu Lebzeiten und erst recht nach seinem Tod wurde die Regierungszeit des ersten Kaisers vollends unter dem Begriff der Pax Augusta verklärt. Ein Beispiel dafür ist ein Kultlied des Horaz, das die Regierung des Princeps verherrlicht:

Augustus Beschreibung
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Bronzestatue des Augustus
"Nunmehr zieht seines Wegs sicher der Stier dahin,
Ceres segnet die Flur wieder mit reicher Saat,
Friedlich schaukelt das Schiff durch die versöhnte Flut,
Treu und Glauben sind neu erwacht (...)
Wen erfüllt noch mit Angst Parther und Skythe jetzt?
Wen Germaniens Brut, Söhne der rauen Luft?
Wen, da Caesar uns lebt, kümmert des Krieges Dräun
fern in dem wilden Iberien? (...)"

Im Vergleich zu dem vorangegangenen Jahrhundert und zur Herrschaft vieler Nachfolger des ersten Kaisers brachte die augusteische Ära Rom, Italien und den meisten Provinzen in der Tat eine lange währende Zeit von innerem Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Nach den Verheerungen der Bürgerkriege, blühte die Wirtschaft nun ebenso auf wie Kunst und Kultur. Die Zeit brachte Dichter wie Vergil, Horaz, Ovid und Properz, Historiker wie Livius oder Architekten wie Vitruv hervor. Der Kaiser selbst versuchte sich als Tragödienautor, vernichtete aber sein Drama "Ajax", dessen Unzulänglichkeit ihm bewusst war, mit dem Kommentar: Mein Ajax ist in den Schwamm gefallen.

Rom wandelte sich, wie Augustus meinte, von einer Stadt aus Ziegeln zu einer Stadt aus Marmor. Beeindruckende architektonische Zeugnisse dieser Zeit haben sich bis heute erhalten, etwa das Marcellus-Theater, das von Agrippa erbaute und unter Kaiser Hadrian erneuerte Pantheon und nicht zuletzt Augustus' Mausoleum und die Ara Pacis, der Friedensaltar aus dem Jahre 9 v. Chr., der auf einem Relief eine Prozession der kaiserlichen Familie zeigt.

Das Bild, das der Kaiser mit solchen Bauten den Römern vermitteln wollte, kontrastierte aber spätestens seit dem Jahr 16 v. Chr. wieder mit den unablässigen Kriegen, die an den Grenzen geführt wurden. Das Reich expandierte unter Augustus in einem Maß wie nie zuvor und nie wieder danach. Neben dem reichen Ägypten und Galatia wurden ihm Provinzen an Rhein und Donau hinzugefügt, deren Eroberung ca. mit der Galliens durch Caesar vergleichbar war.

Von Krieg aber war in dem Inneren des Reichs und der Provinzen nachdem Jahr 31 v. Chr. ca. noch wenig zu spüren. Frieden und Wohlstand nahmen darum auch schon die Zeitgenossen als prägendes Kennzeichen der Epoche wahr. Dies war der Grund, warum sie sich letztlich mit der Einführung der Monarchie und dem Ende der Republik abfanden. Und es ist vielleicht kein Zufall dass der Gründer einer Religionsgemeinschaft, die ein Reich des Friedens verkündete, unter der Herrschaft des Augustus geboren wurde, den die Zeitgenossen als Retter und Friedensfürsten feierten.* Siehe auch: Portal und Themenliste Rom

Werke

  • Res Gestae Divi Augusti: von Augustus selbst verfasster Tatenbericht, der an Bronzesäulen vor seinem Mausoleum angebracht war. Kopien wurden als Inschriften in mehreren Orten in Kleinasien gefunden, die vollständigste – mit einer griechischen Übersetzung – in einem Tempel in Ankara, nach der das Werk auch als Monumentum Ancyranum genannt wird. Es gibt zahlreiche Ausgaben, unter anderem eine lateinisch-griechisch-deutsche Ausgabe mit Kommentar hg. von Ekkehard Weber, München u. Zürich 1975. Text (lateinisch) (http://perseus.mpiwg-berlin.mpg.de/cgi-bin/ptext?lookup=Aug.+Anc.), Text (lateinisch/griechisch/englisch) (http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Augustus/Res_Gestae/home.html)
  • De vita sua: eine Autobiographie, die in dreizehn Büchern die Zeit bis zu dem Cantabrischen Krieg behandelte, aber praktisch vollständig verloren ging. (Moderne 'Rekonstruktionen' von O.K. Gilliam, Philipp Vandenberg und Allan Massie gehörenins Genre des historischen Romans.)
  • Sicilia: verloren gegangenes Epos in Hexametern, ca. von Sueton bezeugt
  • Ajax: Tragödie, von Augustus selbst vernichtet

Quellen

  • Sueton, Divus Augustus: ausführlichste antike Biographie aus der Sammlung der Kaiserbiographien von Gaius Iulius Caesar bis Domitian. Zahlreiche Ausgaben, beispielsweise in Sämtliche erhaltene Werke, Essen 1987 (deutsche Übersetzung). Text (lateinisch) (http://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Augustus*.html), englische Übersetzung) (http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Suetonius/12Caesars/Augustus*.html)
  • Tacitus, Annalen: das Geschichtswerk setzt erst mit dem Tod des Augustus ein, enthält aber zahlreiche Rückblicke auf seine Herrschaft. Zahlreiche Ausgaben, beispielsweise lateinisch und deutsch hg. von Erich Heller, München u. Zürich 1982. Text (lateinisch/englisch) (http://perseus.mpiwg-berlin.mpg.de/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0077)
  • Appian, Römische Geschichte, Bd. 2: Bürgerkriege, übersetzt v. Otto Veh, 1988. Text (englisch) (http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Appian/home.html)

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